Test: Nintendo 2DS

Bisher konnte mich kein klappbares Nintendo-Gerät dauerhaft überzeugen. Meist waren die Screens zu klein oder gar die Features wie das 3D ohne Brille für mich völlig uninteressant. Auch die Spielepreise waren meist derer von Apps einfach zu hoch. Wo ich auf dem Handy für Spiele keine 5 Euro zahle, verlangt Nintendo für Spiele mit ggf gleichem Inhalt 30-40 Euro oder mehr. Und eigentlich richtet sich mein Fokus überhaupt nicht mehr auf Nintendo, da ich nach dem WiiU-Flop eigentlich nur noch wenig von Nintendo erwarte. Es sind meist immer die selben Spiele, die nur in abgewandelter Form nochmal erscheinen und bei der WiiU haben sich die überwiegenden ThirdParty-Hersteller der Konsole abgewendet. Und sobald die neuen Konsolen aus dem Hause Sony oder Microsoft erscheinen, wird Nintendo in Sachen Konsolen eh das Schlusslicht bilden und dort auch mit seiner Konsole verweilen und ggf. wie auch die Dreamcast verrotten.

Wie es aber manchmal so im Leben ist, kann man noch überrascht werden und so überraschte uns denke ich alle Nintendo als sie den 2DS angekündigt haben. Viele hielten das für einen Aprilscherz. Eine Konsole, die nicht zusammenklappbar ist und an die alten Telespiele erinnert. Ich sah das Ganze durchaus skeptisch. Kann das funktionieren? Will jemand diese Konsole? Gebe ich damit Nintendo eine neue Chance. Das Besondere: 3DS-Spiele lassen sich Spiele, allerdings ohne das völlig uninteressante 3D-Feature. Und sind wir ehrlich: Wer nutzt dieses schon ausgiebig und bei jedem Spiel? Es ist ein völlig uninteressantes Feature. 3D ohne Brille ist cool, aber auf einem so kleinen Handheld völlig deplatziert und beim spielen völlig uninteressant. Und ich habe bei dem Nintendo 2DS echt lange hin und her überlegt und auch den Releasetag an mir vorbei ziehen lassen. In den Videos sah er dann überraschend klein aus und ich war etwas enttäuscht. Eigentlich hatte ich mir das Gerät größer vorgestellt. Als ich dann das Gerät selbst endlich im Laden in der Hand hielt, war ich hin und her gerissen, denn er liegt sehr gut in der Hand. Und er erinnert wirklich an die alten Telespiele. Und wie ihr merkt habe ich dem Gerät nun eine Chance gegeben und mir selbst einen besorgt. Wie ich mich beim auspacken, einstellen und erstem spielen anstelle könnt ihr direkt in diesem Video sehen:

Wie ihr im Video sehen könnt liegt dem Gerät endlich ein Netzteil bei. Wieso Nintendo das den Kunden immer vorenthalten hat, ist mir ein Rätsel. Am Geld machen kann es nicht liegen, denn Dritthersteller haben die Kunden sofort mit Netzteilen für wenige Euros versorgt. Das war wohl eher ein Schuss nach hinten, falls dies Nintendos Absicht gewesen ist. Hier muss man sich das aber nicht kaufen, denn Nintendo legt es endlich bei. Der Preis scheint also diesmal wirklich angemessen. Die Verarbeitung ist wirklich gut und der 2DS liegt sehr gut in der Hand. Auf meiner Facebook-Seite gab es schon einige negative Kommentare, denn viele finden das Design natürlich gewöhnungsbedürftig und schade, dass man das Gerät nicht mehr zusammen klappen kann. Da bin ich auch zweigeteilter Meinung, denn zum einen finde ich das Design nicht schlecht. Und das Gerät passt sogar in eine Hosentasche, aber natürlich sind die Screens dadurch ungeschützt und man kommt nicht herum sich Folien zu kaufen.

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Apropos Screens: Der Bildschirm ist kleiner als der des 3DS XL. Der Touchscreen hat DS Lite-Größe und lässt sich einwandfrei bedienen. Die Oberfläche des Handheld ist leicht geraut, besitzt aber keine Gripfähigkeit. Das Gerät rutscht nicht weg, aber eine gummierte Oberfläche hinten hätte dem Design nicht geschadet. Die weitere Verarbeitung ist echt sauber. Es gibt keine scharfen Ecken und Kanten und Schwächen der anderen Geräte sind hier nicht mehr vorhanden. Der Stylus ist etwas dünner und kleiner als die Vormodelle. Also sollte man diesen immer vorsichtig in seine Vorrichtung schieben. Die Gefahr, dass der Kopf eingedrückt wird ist zu hoch und damit findet er dann keinen perfekten Halt mehr. Im Ganzen erinnert das Design sehr an einen alten Gameboy, der zu einem Tablet umgerüstet wurde. Und mir als alte Nintendo-Generation gefällt das sehr. Die Farbmischung ist gut gelungen und harmoniertsehr gut miteinander. Das Weiß sieht mit dem Rot wirklich sehr schön aus.

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Die Akkuzeit hat im Laufe der Geräte-Generation ebenfalls bei Nintendo abgenommen. Bei 3DS-Spielen liegt diese nur noch bei maximal 3-5 Stunden, bei einem DS-Spiel 5-8 Stunden. Durch die Einstellung der Helligkeit spart man noch etwas. Die Aufladezeit hat sich nicht geändert: sie liegt bei 3 Stunden. Weiterhin hat der 2DS alle Funktionen eines 3DS, eben ohne die 3D-Fähigkeit, die ich aber nicht als wichtig empfinde. Ein Ladegerät und sogar eine 4GB SD-Karte liegen dem Gerät direkt bei – wie ich finde ein schon längst überfälliger Schritt, obwohl ich 4GB als echt wenig empfinde. Da hätte Nintendo durchaus auch 8 oder 16 GB springen lassen können. Diese Karten sollten im Einkauf ja keine Welt kosten. Es gibt übrigens keinen seperaten WLAN-Schalter. Dies wird über das Menü geregelt und nicht mehr durch einen Schalter. Und der Nintendo 2DS hat leider (wieder einmal) keinen integrierten zweiten Analogstick. Ich hoffe Nintendo spart sich hier diesen Adapter, der schon den 3DS lächerlich aussehen lässt. Der 2DS verfügbt weiterhin nur über Monolautsprecher. Allerdings ist die Geräuschkulisse fast nicht von Stereo zu unterscheiden. Über den Kopfhörer-Anschluss kommt natürlich Stereo-Sound.

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Fazit

Insgesamt habe ich jetzt schon einige Stunden Pokemon gespielt und der 2DS hat mich echt überrascht. Er erinnert an den alten Gameboy und das gefällt mir mehr als das Konzept der Klappkonsolen. Wer gerne die 3DS Spiele kostengünstiger in 2D Spielen möchte, der sollte zuschlagen. Der 2DS bietet dafür das schärfste zweidimensionale Bild für 3DS-Spiele. Zudem bekommt man (endlich) ein Netzteil und eine höhere SD-Karte dazu.

Das Gerät ist für Groß und Klein absolut geeignet. Es kann weniger kaputt gehen und die Bedienung ist kinderleicht. Auch große Hände müssen nicht  leiden. Größere Displays wären schöner gewesen, aber dadurch hätte sicher auch die Mobilität beispielsweise in der Jackentasche gelitten. Dennoch hatte ich mir das Gerät größer vorgestellt. Zu den Displays empfiehlt sich übrigens der direkte Kauf einer Tasche oder Folien. Die Gefahr von Kratzern ist durch das fehlende zusammen klappen zu hoch.

Mich hat der Nintendo 2DS überrascht und schaut man mal bei Instagram und sucht nach „2DS“ findet man lauter Fotos von Geräten zusammen mit Pokemon X oder Y. Das Gerät kam also zum absolut richtigen Moment, denn wer sich ein Handheld wegen Pokemon kaufen will, der wird sicher zum günstigen 2DS greifen. Nintendo hat hier den Moment absolut perfekt abgepasst. Und man sieht es ja an mir: Pokemon wurde direkt im eShop nachgekauft. Doch dazu folgt der Test an anderer Stelle.

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1 Comment

  • Nun bei meinem 3DS lag eine 4GB Karte bei und das ist z.Z. die regel. Aber da du bisher ja keinen ds hattest weist du es ja nicht besser. Allerdingss hätte ich mir den Bildschirm größer erhofft wie beim Xl. Ich frage mich nur ob auch der obere Teil Berührungsempfindlich ist. Denn es ist js nur einer verbaut.

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