Test: InFamous Second Son (PS4)

Irgendwie empfinde ich es als sehr gut beide Konsolen zu haben, denn ansonsten hätte ich wohl diese Perle verpasst. Ich möchte auch gar nicht das Spiel mit den Vorgängern vergleichen, denn die habe ich weder durchgespielt, noch haben die mich so sehr gefesselt, wie dieser Teil. Zudem gibt es einen neuen Charakter, der mit den vorigen Teilen nichts zu tun hat.

Und ich möchte auch nicht viel verraten über die Story, aber eines kann ich euch garantieren: Hier hat man definitiv das Gefühl einen Film zu spielen. Die Story ist cineastisch umgesetzt und gar nicht mal so schlecht. Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und auch die Sprecher leisten einen guten Job. Natürlich gibt es Dinge, die vorhersehbar sind, aber dann gibt es auch wieder Überraschungsmomente. Und auch der neue Charakter Delsin ist ein cooler Typ, den man gerne begleitet. Das Spiel hat etwas von der Serie „Misfits“, denn dieser eigentlich vom Weg abgekommene junge Typ eines Helden, bekommt die Kräfte am Anfang des Spieles und lernt damit umzugehen und auch mit der Verantwortung, welche die Kräfte bringen. Immer wieder muss man sich zwischen guten und schlechten Taten entscheiden, die Wirkung auf das Karma und das Ansehen der Bürger haben. Dabei vergisst der Charakter allerdings niemals aufgedreht zu sein und sich nach mehr Kräften zu dürsten. Auch ich als Spieler habe den Drang mehr Kräfte haben zu wollen. Und so zieht das Spiel einen in seinen Bann und es macht wirklich Spass – selbst nach vielen Stunden, die man es bereits gespielt hat.

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Zu Anfang einer neuen Kraft lernt man nach und nach mit dieser umzugehen. Die Steuerung ist dabei wirklich schnell zu erlenen und man hat die neuen Fähigkeiten und sie sinnvoll zu nutzen sofort drauf. Es gibt viele Nebenmissionen und man kann die Gebiete nach und nach erobern. Die Kämpfe gegen die D.U.P. Truppen sind am Anfang noch recht einfach, später aber durchaus herausfordernd. Auch die Bosskämpfe werden immer herausfordernder. Fruststellen bleiben dennoch aus. Natürlich stirbt man mal, oder auch an manchen Stellen mehrmals, aber man hat eigentlich nie wirklich das Bedürfnis den Controller zur Seite zu legen. Man lernt mit den Niederlagen und hat eigentlich noch mehr Lust darauf Stellen zu schaffen.

Ihren Beitrag zum Ganzen liefern da auch die Gegner. Diese agieren und reagieren und das gar nicht mal so dumm. Sie nutzen Deckungen, sprechen sich ab, lösen den Alarm aus und erweisen sich stellenweise als wirkliche Gegner. Sie flankieren und werden im Verlauf des Spieles fieser. Auch sie haben Fähigkeiten, die sie sinnvoll einsetzen. So kann es mal vorkommen, dass ein Gegner mit der Stein-Kraft dich festnagelt, während andere auf dich schießen. Besonders wenn Scharfschützen ins Spiel kommen, ist das fies, wenn man den roten Punkt quasi auf seinem Kopf hat und sich nicht fort bewegen kann, weil man buchstäblich in Stein gemeißelt worden ist.

Es gibt zudem ein Skill-System. Man kann erworbene Skillpunkte in vorhandene Fähigkeiten stecken und sich so weiter entwickeln und beispielsweise Laufzeiten verlängern.

Wie oben erwähnt leisten die Sprecher gute Arbeit. Dabei nutzt Sucker Punch überwiegende unbekannte Stimmen, die aber wirklich eine tolle Arbeit leisten. Auch die Musik ist wunderbar in das Spiel integriert worden. Sie passt zu jeder Situation und wirkt nie zu laut oder leise. Ebenso wirkt der Soundtrack auch nicht aufdringlich oder Fehl am Platz. Die Effekte kommen ebenfalls sehr gut in Geltung.

Kommen wir zum Technischen. Das Laster eines Open World-Titels ist meist die Grafik. Doch hier Fehlanzeige. Hier ist die Grafik eigentlich die Stärke. Wie vergleich ich das? Ich denke wir alle erinnern uns an die Video-Unterschiede bei Watch Dogs. Wo die Grafik damals noch richtig krass aussieht, sind wir heute doch eher enttäuscht. Bei InFamous ist das Gezeigte auch das, was man bekommen hat. Das Spiel sieht atemberaubend aus. Die Strassen-Spiegelung, die wir in den neuen Watch Dogs-Trailern vermissen, ist hier absolut vorhanden. Nasse Strassen sehen wirklich super aus. Ebenso sehen Personen, Charaktere, Gesichter, Mimiken und Animationen sehr gelungen aus. Die Lichtreflektionen und Wassereffekte sind sehr detailliert und wirken ziemlich real. Schatten und Lichteffekte allgemein vermitteln einen äußerst guten Eindruck.Die Texturen wirken nirgends matschig und die Umgebungsdetails stellt alles bisherige in den Schatten. Auch die Wetterverhältnisse und Tageszeiten wirken sehr real. Einziges Manko: Die Tageszeit wechselt niemals während des Spielens. In einem Zeitraffer-Übergang wechselt die Zeit in laufenden Missionen.  Explosionen wirken wirklich sehr gut und besonders bei der Neon-Fähigkeit merkt man wie dynamisch das Licht und die Schatteneffekte sind. Das Spiel ruckelt dabei kein einziges mal. Sogar dann nicht, wenn man es nicht mal installiert und direkt von der CD abspielt.

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Fazit

Hätte ich mir keine Playstation 4 gegönnt, hätte ich den Titel verpasst. Hätte ich den Titel verpasst, hätte ich mein Glauben an die Definition von Next Generation verloren.  inFamous: Second Son ist eine wunderbare Begrüssung in die Welt der Next Generation-Konsolen. Hier punktet das Spiel in Sachen Innovation und grafischer Leistung. Noch nie war ein Open World Titel schöner. Da freut man sich eigentlich direkt auf weitere Knaller wie Tom Clancys Division.

Würde ich das Spiel empfehlen? Wer auf Open World Spiele und übernatürliche Kräfte steht, macht nichts falsch. Der Käufer wird mit feinster Grafik belohnt und kann sich auf ein echtes Großstadt-Abenteuer freuen.  Und Fans der inFamous Reihe kommen hier sowieso auf ihre Kosten.

2 Kommentare

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[…] verbaut. Und das hier wirklich gute Hardware steckt, merkt man auch beim spielen von Titeln wie InFamous: Second Son. Da ruckelt auch bei großen Explosionen absolut gar nichts. Gegenüber der exklusiven Titeln auf […]

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