Test: Broken Age (iOS)

Es war das erste Kickstarter-Projekt, welches die Millionen-Grenze geknackt hatte und am Ende mit 3,3 Millionen Dollar finanziert wurde. Und nach dem PC-Release des ersten Teiles, ist dieser nun für das iPad erschienen.

Tim Schafer ist wohl in der Adventure-Branche mehr als bekannt. Auf sein Konto gehen Spiele wie Day of the Tentacle, Vollgas und Grim Fandango. Daher sind die Erwartungen hoch und so habe ich mir das Spiel nun für das iPad gegönnt, nachdem es frisch erschienen ist.

In dem ersten Teil geht es um Shay, ein Junge der von einem überfürsorglichen Bordcomputer in einem Raumschiff festgehalten. wird. Tagtäglich durchleben wir die selben Missionen, essen das selbe Frühstück und langweilen uns zunehmend. Eine Abweichung in einer der Missionen ist dann aber der Beginn eines Abenteuers, einer echten Mission. Ein völlig anderes Abenteuer erlebt Vella. Diese ist tatsächlich in Lebensgefahr und lebt mit ihrer Familie in einem Dorf, dass öfters von einem Monster besucht wird. Um das Monster zu besänftigen bekommt es vom Dorf alle paar Jahre das schönste Mädchen zu fressen. Und Vella ist hübsch. Aber sie will sich ihrem Schicksal nicht hingeben und will das Monster töten. Die Geschichten werden getrennt erzählt. Es ist nicht mal im Spiel ersichtlich ob sie zur gleichen Zeit oder in der gleichen Welt spielen.

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Grafisch ist das Spiel wirklich wunderschön gestaltet. Hier und da gibt es allerdings Detailarme Hintergründe. Die Figuren wirken Puppenhaft, in Bewegung verschmelzen sie mit der Welt aber sehr gut. Hier und da entdeckt man doch ein paar Details, wie herumfliegende Blätter oder andere Dinge. Allerdings sei erwähnt, dass die Geschichten trotz der hübschen Grafik noch nicht ganz befriedigen. Man fragt sich selbst auch manchmal ob man hier wirklich eine Multi-Millionen-Dollar-Produktion spielt oder ob das Spiel auf Sparflamme gemacht wurde, damit man sich selbst noch einiges einsacken kann. Kickstarter birgt Gefahren und man ist den Kunden keine Aufrechnung schuldig und kann günstig produzieren und Überschuss einsacken.

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Technisch gibt es auf dem iPad, womit ich gespielt habe, wenig zu bemängeln. Das Spiel ist in englischer Sprache, bietet jedoch ein deutsches Menü samt Untertitel. Bei dem Geld wäre jedoch sicher auch noch eine deutsche Synchronisation drin gewesen. Dafür hat man sich bei der englischen Auswahl nicht lumpen lassen und Sprecher wie Elijah Wood (Der Herr der Ringe), Jack Black (School of Rock), Will Wheaton (Big Bang Theory) und Jennifer Hale ( Mass Effect ) verpflichtet. Und es bereitet einen sehr viel Freude den wirklich gut geschriebenen Dialogen zu lauschen. Der sehr gute Soundtrack und die passende Soundkulisse vervollständigt das Ganze noch.

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Die Spielzeit ist recht kurz und die Rätsel oder die Erledigung der Aufgaben ist sehr einfach. Ein Lösungsbuch wie einst zu Day of the Tentacle braucht man hier zu keinem Zeitpunkt. Und wenn man mal wirklich nicht weiter weiss kann man sich die Hotspots anzeigen lassen und spätestens dann macht es Klick, denn die Möglichkeiten sind leider überschaubar. Das Spiel ist einfach viel zu leicht. Das Kombinieren der Gegenstände über das sehr gut integrierte Inventar ist ebenfalls einfach gemacht. Mir kommt es vor wie eins der typischen Bilder Buch Apps wo man hier und da mal etwas anklicken muss, damit die Geschichte voran kommt. Wirkliche Denkaufgaben vermisse ich.

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Fazit

Broken Age ist viel zu einfach und hätte ich das Spiel bei Kickstarter unterstützt, wäre ich wohl enttäuscht. Das soll mehr als drei Millionen gekostet haben?

Das Spiel ist sehr linear, es ist schwer nicht voran zu kommen und auch die Rätsel sind zu einfach. Bei einem Adventure will man doch seine graue Zellen anstrengen müssen. Hier hat man eher in ein interaktives Bilderbuch vor Augen. Zudem ist die Spielzeit zu kurz.

Man kann nur hoffen, dass der zweite Teil den Spieler mehr fordern wird. Die Idee ist schön, auch die Geschichten samt ihrer Charaktere sind wirklich bezaubernd, aber da habe ich mir mehr gewünscht.

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