Test: IceFox Thunder Outdoor Smartphone

Angepriesen als Outdoor Smartphone geschmückt mit Extrem-Sport Hintergründen und angeblichen Anwendungsbereichen möchte das IceFox Thunder Begleiter der Sportler und Abenteurer sein. Und auch optisch möchte man dem Smartphone diesen Auftrag abnehmen und daran glauben, was ich aber in meinem Test erlebt habe, macht das Smartphone zu keinem Abenteuertauglichen Begleiter.

Wie bereits erwähnt macht das Gerät optisch einen wuchtigen Eindruck. Der Panzer wirkt für viele Situationen geeignet. Doch etwas passt da nicht rein. So wirkt die Scheibe des Thunder herkömmlich und als direkte Schwachstelle des Gerätes. Und auch im Innenleben sind kaum Wunder zu erwarten. So verfügt das Smartphone über einen 4 x 1.2 GHz Qualcomm Snapdragon 200 Quadcore Prozessor, 1 GB RAM, 4 GB Rom (über Micro SD bis 32 GB erweiterbar) und einen 2930 mAh Akku. GPS ist ebenfalls mit an Board. Für die Konnektivität hat das Thunder WLAN IEEE 802.11b/g/n und Bluetooth.

Bei den Kameras hat man gespart: so ist vorne nur eine 5 MP Kamera und zum Gesicht eine 0,3 MP Kamera. Das Display ist angeblich ein IPS mit einer Auflösung von 480×800 Pixeln auf 4 Zoll. Ich schreibe bewusst „angeblich“, weil es absolut schlecht ist und die Farben bei geringer Neigung verblassen. Aufgespielt ist Android 4.3. Wie auch das IceFox X2 hat das zwei SIM-Schächte für den Dual-SIM Betrieb.

In der Verpackung befindet sich ein Benutzerhandbuch und ein Quick Start Guide. Weiterhin ein absolut billiger Kopfhörer, den ich nicht nutzen würde. Weiterhin ein USB-Kabel und das nötige Netzteil (100-240V 50Hz).

Wie bei allen Geräten habe ich auch bei dem IceFox Thunder das Gerät für euch ausgepackt und die Kernpunkte direkt getestet, denn die Firma wirbt damit, dass das Gerät wasserdicht ist und bis zu einer Fallhöhe von 1,5 Metern heile bleibt. Das mag für die Hülle und das Innenleben stimmen, aber beim Display hat man sich leider keinerlei Gedanken gemacht. Ich möchte nicht zu viel verraten, ihr könnt es euch denken. Also schaut euch das Video an und urteilt selbst:

Das Smartphone hat den Test nicht bestanden. Das Display bleib heile, die Scheibe sprang bei einer Fallhöhe im Kniebereich. Die versprochenen 1,5 Meter konnten also nicht gehalten werden. Das Display ist daher der absolute Schwachpunkt, denn irgendwann fällt das Smartphone mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Scheibe. Von 10 Versuchen passierte dies nur einmal, aber dennoch auf einer ebenen Fläche. In den Bergen hat man Felsen, Brocken und andere Unebenheiten. Dort ist die Wahrscheinlichkeit sicher noch höher.

Was die Technik angeht ist die Leistung für normale Apps ausreichend. Spielen kann man mit dem IceFox Thunder eher nur Spiele wie Angry Birds. Das Display sorgt aber dafür, dass ihr daran keinen Spaß haben werdet. Angeblich ist ein IPS Panel verbaut, dann aber wirklich ein sehr schlechtes, da bei leichter Neigung schon die Farben verschwinden. Die Kameras gesellen sich direkt dazu – sie sind beide wirklich die schlechtesten Kameras, die ich in einem Smartphone gesehen habe. So ist für Skype und Video-Telefonate gerade einmal eine 0,3 MP Kamera verbaut. Für Fotos ist eine 5 MP Kamera verbaut.

Hier einige Fotos (unverändert):

IMG_20141003_173424 IMG_20141003_173551 IMG_20141003_173452 IMG_20141003_173621 IMG_20141003_173612

Und ein Video:

Die Mikrofonqualität ist besser als gedacht, das Bild ist grauenhaft. Die Kamera hat unheimliche Probleme zu fokussieren, das Bild ist trotz 720p verpixelt. Für tolle Fotos und Video ist das Smartphone daher ungeeignet.

Zusätzlich zu den von mir getesteten Punkten kann man natürlich auch mit dem IceFox Thunder telefonieren, surfen, SMS verschicken und WhatsApp nutzen. Und durch das flüssige Android Betriebssystem geht das alles auch überraschend gut. Wir erleben hier ein wirklich flüssiges, angepasstes Android mit SIM-Karten-Verwaltung. Wie auch bei anderen Dual-SIM Geräten kann man jeder SIM seine Aufgaben zuweisen. Auch das klappt problemlos. Und das muss ich auch einmal positiv erwähnen, denn das Android läuft wirklich flüssig. Mit dem Finger im Menü und Homescreen hin und her wischen funktioniert problemlos. Da ruckelt nichts. Das läuft wirklich sehr gut und da habe ich bessere Geräte schon schlechter abschneiden sehen.

icefoxthunder2

Für wen ist das IceFox Thunder also geeignet?

Sportler die mit Wasser zu tun haben, sollten wenig Probleme haben. Es sei denn ein Wasseraufprall gibt auch der Scheibe den Rest. Extrem-Sportler allerdings wie in den Bildern haben wenig Freude an dem Smartphone. Die Scheibe ist ein deutlicher Schwachpunkt und auch die Bilder sehen grauenhaft aus. Erinnerungsfotos jeglicher Art werden euch keine Freude bereiten. Bergsteiger selbst sollten direkt die Finger von dem Outdoor-Smartphone lassen.

Durchaus bei Bauarbeitern könnte ich mir das Smartphone vorstellen. Denen fällt so ein Gerät sicher nicht oft hin und da es ja Wasser und Staubdicht sein soll ist es auf einer Baustelle sicher ein guter Begleiter. Fotos von Mängeln die mal eben schnell gemacht werden müssen – dafür ist es durchaus noch geeignet.

icefoxthunder1

Fazit

Das IceFox Thunder ist weniger Outdoortauglich als sich es die Firma IceFox wünscht und vorgibt. Die Scheibe ist der absolute Schwachpunkt. Bei einer Kniehohen Fallhöhe darf so etwas einfach bei einem „Outdoor Smartphone“ nicht passieren. Hier hätte eine besondere Folie den Riss verhindern können. Es ist sicherlich im Einkauf ein Cent-Artikel über den wir hier sprechen.

Ich kann das Smartphone für Extrem-Sportler nicht empfehlen. Für den Preis von 160 Euro bei Amazon ist es zwar günstig, aber wie sagt man so schön: You get what you pay for. Die Hardware ist untere Mittelklasse und so wuchtig das Gerät auch wirkt, so verletzlich ist dann doch die einfache Scheibe.

Für den Bauarbeiter, der nur ein Smartphone sucht zum Telefonieren, WhatsApp nutzen und kleineren Apps ist es absolut geeignet. Hier sehe ich durchaus einen Platz für das Smartphone. Es ist staubfest und wasserfest, was ja in erster Linie schon mal nicht so schlecht ist. Aber es hat halt eine Schwachstelle, die für das arbeiten mit dem Gerät wichtig ist. Würde man diese Schwachstelle mit einer Folie schliessen, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass dem Display etwas passiert wohl weitaus geringer. Daher ist es in der Welt der Extrem-Sportler in diesem Zustand fehl am Platze.

Blog Marketing Blog-Marketing ad by hallimash

6 Kommentare

Kommentieren

Hi Jochen,
für unseren Blog haben wir auch das Icefox Thunder zum testen bekommen. Leider muss ich deine Bedenken bezüglich des Displays bestätigen.
Beim Sturztest von einem Gartentisch auf einen Steinboden ist das Teil beim 4. Sturz flach auf das Display geknallt und gesprungen. Total im Eimer die Scheibe, soviel zum Thema Gorilla Glas.
Witzigerweise funktioniert das Wischen aber noch prima….wenn nur die ganzen Risse in der Scheibe nicht wären……also von daher…wenn das Teil direkt auf das Display knallt, dann war es dass!

Grüße
Detlef

Hallo,
ich bin auf Euren Test gespannt. Ist natürlich heftig. Wie gesagt mit einer Folie wäre das nicht passiert. Aber dennoch traurig. Somit wäre es Nummer 2 die kaputt ist. ^^
Liebe Grüsse

Hi,
naja, die Originalfolie war noch drauf…im Grunde müsste man meiner Meinung nach eher seitlich die schwarze Umhüllung höher machen, dass die über das Display drüber steht….dann wäre etwas mehr Schutz da

Hi,
die Original Folie ist Schmu. Eine ganz normale , billige Folie. Mit einer dickeren Folie wäre das eventuell anders ausgegangen. Aber auch eine höhere Kante des Glases wie Du sagst wäre besser. Ach, es gibt so viele Möglichkeiten, aber IceFox kauft diese Rohlinge nur ein und daher ist der Mist auf eine andere Firma gewachsen.

Aber ich bin auf deinen Test gespannt. Lass mich wissen wenn er online ist.
Liebe Grüsse

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.