Test: Disney Infinity 2.0

Disneys Antwort auf Skylanders geht in die zweite Runde und mit Disney Infinity 2.0 ist das Spiel auch erstmalig und vielleicht auch endlich für die Next-Generation-Konsole erschienen. Das von mir gekaufte „Marvel Super Heroes Starter-Set“ von Infinity 2.0 besteht aus der Base Plate, drei Avengers-Figuren, zwei Toybox-Spielediscs, dem Avengers-Playset und dem eigentlichen Spiel. Die Technik basiert auf NFC und die Base wird per USB an die Playstation 4 angeschlossen.

Das neue Disney Infinity 2 richtet sich scheinbar an die etwas älteren Spieler, denn die im ersten Teil erhältlichen kinderfreundlichen Sets findet man hier vergebens. Und obwohl es bereits Nachschub-Playsets gibt, findet man auch hier kein Set für Kinder. Nun könnte man ja sagen, man könnte ja die alten Playsets nutzen. Das ist nicht möglich. Figuren sind zwar kompatibel, allerdings kann man die Spielewelten als einziges nicht für den Nachfolger benutzen. Ursprünglich wollte Disney mit Disney Infinity ein Spiel auf den Markt bringen, für das es immer wieder neue Inhalte gibt. Scheinbar hat man sich umentschieden und um auch die neuen Konsolen zu bedienen sich für ein direkt neues Set entschieden. Man hätte aber auch das „alte“ Infinity für die neuen Konsolen rausbringen können, aber Disney will ja Geld verdienen und brachte so ein neues Set zum Vollpreis raus. Und damit sich die Spieler direkt die neuen Playsets kaufen, wird das nutzen der alten von vornherein unterbunden.

Und wo man schon dabei ist, bekommen die Spieler diesmal nur ein Playset, statt wie beim ersten Teil gleich drei Spielewelten. Kleiner, aber schwacher Trost: Die in der Infinity 1.0 Toybox freigeschalteten Spielzeuge werden automatisch übernommen, sofern das Profil mit dem Disney-Online-Konto verknüpft ist. Ansonsten bitte alles nochmal kaufen, liebe Spieler. Hinzu gesellt sich im beiliegenden Playset die sehr kurze Spielzeit mit den ewig gleichen Aufgaben. Vier bis fünf Stunden geht die Story, danach ist Schluss. Zwei Boss-Kämpfe sollen das Geschehen auflockern. Und ist eine Figur besiegt, braucht man eine weitere und wurde die besiegt wieder eine weitere. Und wurde die besiegt, tja, dann sollte man sich besser eine Figur für je 12 Euro nachgekauft haben. Denn die neuen Figuren schlagen mit 12 Euro zu Buche.

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Die Stadt New York ist relativ klein ausgefallen. Das ist schade, denn eigentlich macht es Spaß als Iron Man herumzufliegen. Spielt man dann eine Figur, die gar nicht fliegen kann, ist die Stadt zu groß. Aber keine Sorge. Shield stellt einem freundlicherweise Fahrzeuge zur Verfügung. Ansonsten ist die Stadt sehr leblos – ewig die gleichen Fußgänger und die selben Fahrzeuge. Es wirkt nicht lebendig. Das Highlight wie beim Vorgänger ist die Toybox. Hier kann man sich wieder ohne Ende austoben. Und endlich gibt es Helfer, die automatisch Umgebungen und etwa auch Rennstrecken erstellen können. Vorbei die Zeit alles alleine machen zu müssen. Wer allerdings große und komplexe Welten möchte, der muss selbst Hand anlegen. Dafür ist das Erfolgserlebnis aber dann umso schöner, wenn ein Level so gelingt.

Eine weitere Neuerung ist das verbesserte Kampfsystem. Es gibt nun auch Attacken um den Block des Gegners zu durchbrechen. Ebenfalls gibt es Konterangriffe. Das Charaktersystem wurde ebenfalls überarbeitet und nun hat jede Figur seinen Fähigkeitenbaum. Für erfüllte Missionen und Gegner bekommt man Erfahrungspunkte und kann so Skills freischalten. Ebenfalls freischalten kann man Figuren, dessen Plastikbruder man nicht besitzt. In New York kann man zehn Münzen einsammeln, um als Rocket Raccoon spielen zu können. Schade ist, obwohl ich das Spider-Man Set besitze kann ich nicht in New York als dieser spielen. Auch als Nick Fury kann man nicht im Avengers Set spielen. Laut der Serie „Der ultimative Spider-Man“ arbeitet Spider-Man aber für Nick Fury.

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Grafisch wirkt das Spiel nicht schlecht, aber auch nicht Next-Generation. Die Figuren sehen sehr gut aus und auch die Animationen sind stimmig. Die Stadt New York sieht etwas leblos aus. Der Sound ist sehr, die immer gleiche Musik manchmal nervig. Alle Stimmen haben ihre originalen Synchronstimmen aus den Filmen – das ist definitiv ein Pluspunkt.

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Fazit

Die Spielzeit ist kurz und daher ist der zweite Teil von Disney Infinity eher was für Weltenmacher. Wer mit Donald, Buzz Lightyear, Woody und Cars spielen möchte, muss sich eigene Welten basteln. Das benutzen der alten Playsets ist leider nicht möglich.

Die Grafik der PS4-Version ist nicht schlecht und alle Figuren haben ihre Synchronstimmen aus den Filmen. Die Plastikfiguren sehen gewohnt sehr hübsch aus und wirken nicht billig. Dennoch ist der Anschaffungspreis von 75 Euro und 30 Euro pro Playset etwas überzogen. Aber vielleicht schaltet Disney die alten Playsets noch frei. Es wäre sicher nur eine Frage eines Updates. Fans würden sich freuen.

Auf jeden Fall ist dieses Infinity nicht für die kleinsten gemacht. Wo die Welten von Cars und Toy Storys noch kleine Spieler angezogen haben, sind die Welten von Marvel eher was für Kinder ab 12 Jahren. Mein Sohn (5) prügelt zwar ab und zu ziellos in New York herum, doch hätten in die Welt von Cars sicher mehr Spaß gemacht.

Auch Schade: Es sind sowohl bei der PS4- noch Wii-U-Version keine „Disney Movies and More“-Codes enthalten.

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