Kabel Deutschland: Unfähigkeit par excellence – Erst Neuverträge, dann Ausbau

Vor circa einem Jahr bin ich umgezogen und war doch recht erfreut, dass die Auslastung der Leitungen hier noch sehr niedrig waren. Doch mit der Zeit gingen immer mehr Nachbarn zu Kabel Deutschland und so kam, was kommen musste: auch hier ist das Netz mittlerweile zu 95 % am Abend ausgelastet und die versprochenen Geschwindigkeiten sind nicht mal annähernd mehr zu bekommen. Dies zeigt auch immer wieder der Speedtest zu den Abendstunden.

Die Promoter versuchen natürlich besonders zur Weihnachtszeit auch weiterhin jeden Mann zu Kabel Deutschland zu bekommen und wenn man heute einen Verfügbarkeitscheck bei Kabel Deutschland zu meiner Strasse macht, wird einem immer noch eine 100.000er Leitung angeboten.

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Was der Kunde nicht weiss: Wenn er diesen Vertrag abschliesst wird er nicht die versprochenen 100 MBit haben, sondern weit darunter liegen.

Kabel Deutschland weiss um diese Situation und anstatt an bestimmten Strassen, die eine sehr hohe Auslastung haben, den Riegel vorzuschieben, zieht die Kunden fressende Krake in der eigenen Geldgier weiter ihre Runden auf der Suche nach neuen Kunden. Die Promoter werden auch weiterhin angehalten jedem einen Vertrag zu geben, der ihn möchte. Egal ob dieser dann noch Monate warten muss, bis er eben einen Hauch der Leitung hat, für die er bezahlt. Dagegen habe ich auch nichts, wenn es technisch laufen würde und wenn die Neukunden darüber Bescheid wüssten bzw Kabel Deutschland erstmal die Netze ausgebaut hätte.

Erst Neuverträge, dann Ausbau

Aber Kabel Deutschland geht den umgekehrten Weg und macht erst dann was, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. So ist in meiner Strasse Kabel Deutschland das Problem bekannt und natürlich erfolgt ein Ausbau. Allerdings erfolgt dieser erst Juli 2015. Bis dahin müssen Kunden wie ich mit einer 95%igen Auslastung leben. Zur Prime Time ab 20 Uhr habe ich zum Beispiel so gerade einmal 6 MBit von bezahlten 100 MBit.

Zwar bietet mir Kabel Deutschland eine Sonderkündigung, doch kann dies ja nicht die Lösung sein. Erst holt man die neuen Kunden ins Boot, um dann die alten abschiessen zu können.

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Zu einem anderen Anbieter kann man nicht. In Berlin ist das Kabelnetz klar verteilt. Wo Kabel Deutschland wildert, dürfen andere keine Verträge vergeben. So sind Unitymedia und Telecolumbus unerreichbar.

Kunden beschweren sich auf Facebook und Twitter

Und ich bin kein Einzelfall: Auf der Facebook-Seite des Unternehmens liest man nur negative Kommentare und Beschwerden. Viele Kunden liegen weiter unter den ihnen zugesagten Geschwindigkeiten. Kabel Deutschland hat hier sein eigenes Chaos produziert und kann auch mit Standard-Antworten aus dem Service-Center-Textbausteine 1×1 die Gemüter nicht beruhigen.

Noch heute klicken viele auf mein damals gemachtes Video, in dem ich mich über Kabel Deutschland ausgekotzt habe und geben ihr Kommentar darunter. Auch sie lassen kein gutes Wort über Kabel Deutschland.

Was kann ich als Einzelner tun?

Ihr müsst selbst entscheiden, was ihr tut. Wenn die Situation sich nicht ändert und auch Kabel Deutschland einen Ausbau in weiter Zukunft zugibt, könnt ihr sofort kündigen. Oder ihr ruft jeden Monat an und lasst euch eure Monatsgebühr gutschreiben, denn voll zahlen müsst ihr für so eine Frechheit auf keinen Fall. Hierzu gibt es auch über die Jahre verteilt Urteile. Zur Not klagen und so dem Anbieter noch eine satte Anwaltskostenrechnung schenken.

Aber zu einer Klage muss es nicht kommen. Meist lassen euch die Anbieter aus dem Vertrag. Und dann wechselt ruhig. Andere Anbieter mögen etwas mehr kosten, können euch aber zumindest annähernd die versprochene Leistung geben. Kabel Deutschland mag im ersten Jahr günstig sein, doch lieber etwas mehr zahlen und gute Leistung plus Support haben, als weiterhin diesem Unternehmen das Geld in den Rachen werfen.

 

8 Kommentare

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Dir ist aber schon klar, dass in deinem Screenshot Mb/s also Megabyte pro Sekunde gezeigt wird. Demnach hättest du immerhin knapp 56mbit/s von den versprochenen 100. Ein Wert mit dem man m.E. noch gut „über die Runden“ kommt.

Dann schau dir einfach mal die gesamten Ergebnisse an:

http://www.speedtest.net/de/results.php?sh=f96ee0bf829714b76e27b1ae77f4af8b&ria=0

Speedtest misst in MBit pro Sekunde. Das MB scheint ein Fehler zu sein denn das Ergebnis und der Screen entsprechen MBit. Kannst ja mal selbst den Test machen.

Und damit kommst du eben nicht über die Runden. Streams gehen nicht, Webseiten laden langsam. Downloads laden super langsam.

Ist ja klar, dass nichts passiert wenn keiner der Kunden die Einheiten kennt, geschweige denn Umrechnen kann. Schau mal hin, da ist ein kleines „b“ das steht für Bit und nicht Byte. Teile das durch 8 und du hast nicht mal 1 MB/s. Das müssten korrekt umgerechnet so 750 KB/s sein.

Betrifft zwar nicht die Geschwindigkeit: Businessanschluß für Internet ohne vernünftige Firewall?
Ich habe mich leider hinreißen lassen, meinen (zugegebenermaßen extrem langsamen) Anschluß bei der Telekom zu kündigungen und bei KD zu unterschreiben. Businessanschluß mit 100/12 MBit klingt doch besser aus 2 / 0,192 MBit bei den Rosaroten. Ich bin davon ausgegangen, dass es möglich ist, das eigene Netz durch eine ordentliche Firewall zu schützen. Dies ist speziell vor dem Hintergrund des stets möglichen Zugriffes durch KD unbedingt notwendig. Realisiert würde es durch eine in den Brigdemodus umgeschaltete Fritzbox 6360 (bei KD „Homebox 2“ genannt) an die sich dann die Firewall anschließt. Leider ist die Umschaltung der 6360 bei KD „nicht vorgesehen“, wie mir ein Techniker soeben in recht rüdem Ton mitteilte.
Die Fritzbox 6360 könnte den Bridgemode normalerweise, wenn AVM nicht die Firmware im Auftrag von KD kastriert hätte!

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