Tikker: TIKKER Uhr

Vor einigen Wochen habe ich die Tikker Uhr erhalten und konnte sie euch bereits in einem kleinen Video vorstellen. Nun folgt der Test, denn um das zu erleben was die Hersteller versprechen, bedarf es einiger Zeit.

Aber von vorne: Die Uhr war eine Idee, aus der eine Kickstarter Kampagne entstanden ist. Durch die erfolgreiche Finanzierung wurde aus der Idee am Ende Wirklichkeit. Die Idee dahinter ist, dass die Uhr euch eure Lebenszeit errechnet aus bestimmten Faktoren anzeigt und ihr so eure Zeit zu schätzen lernt. Getreu dem Motto: Lebe jeden Tag als sei es Dein letzter. Für mich mit Thanatophobie (Angst vor dem Tod) eine absolute Herausforderung. Wird die Uhr mein Leben ändern?

Unboxing im Video

Zuerst habe ich die Uhr ausgepackt. In der spärlichen Verpackung war eine Anleitung mit den Daten zur Errechnung, die Uhr und ein zwei Armbänder (schwarz und weiß). Das auspacken und einstellen habe ich in einem Video festgehalten. Entschuldigt die Qualität, aber zu dem Zeitpunkt des Unboxing gab es noch kein Studio.

Wann ist Schluss?

Zur Errechnung des Todestages muss man selbst rechnen. Gewünscht hätte ich mir ein Formular auf der Webseite des Herstellers, welches mir hilft den Zeitpunkt zu errechnen. Stattdessen muss man anhand einer Liste der weltweiten durchschnittlichen Lebensjahre als Basis den Wert selbst errechnen. Danach kommen noch ein paar Fragen zu Sport, Alkohol und dem rauchen. Je nachdem muss man Jahre abziehen oder hinzufügen. Danach kann man die Uhr auf den errechneten Wert einstellen, muss aber die Tageszeit bedenken und dann das vom aktuellen Tag abziehen. Also alles sehr wage und eine sehr ungenaue Berechnung mit vielen Eventualitäten.

Die Uhr zeigt also kein zuverlässig, errechnetes Enddatum. Aber das ist auch nicht schlimm. Niemand kann euch wirklich sagen, wann ihr sterbt. Es kann so viel passieren: Krankheiten, Unfall etc pp. Es ist also keine Wunder- oder Wahrsager-Uhr, sondern ein nettes Gimmick.

tikker

Hat die Uhr mich verändert?

Ganz klar: Nein. Die Uhr hatte bei mir nicht die Wirkung, welche die Entwickler versprochen haben. Für jemanden mit Thanatophobie ist die Uhr denke ich auch überhaupt nicht das Richtige. Sie f0rdert die Angst, denn nun hat man die Endzeit vor sich, auch wenn sie nicht richtig ist und jede Sekunde ist eine Sekunde zu viel. Ich habe jetzt nicht gelebt, als wäre jeder Tag der Letzte. Sie hat mein Bewusstsein absolut nicht verändert mit dem Thema Zeit umzugehen.

Weiterhin ist die Uhr technisch nicht das, was ich mir vorstellt habe. Sie ist eigentlich eine gewöhnliche Stoppuhr Made in China, denn man kann mit einer Taste auch die Zeit stoppen (wie bei einer Stoppuhr). Wenn man das Armband wechselt ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass man die Knöpfe drückt, die Uhr resetet wird oder man sie stoppt. Die Folge: Man muss sie komplett neu einstellen und selbst das ist ziemlich umständlich, wie man auch im obigen Video sieht.

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Fazit

Die Uhr ist ein nettes Gadget. Auch die Idee mit den zwei Armbändern ist nicht verkehrt. Das auf der Rückseite sofort ins Auge fallende „Made in China“ spiegelt sich passend in der billigen Verarbeitung wieder. Der Preis ist demzufolge etwas zu hoch, denn technisch gesehen ist es nur eine erweiterte Stoppuhr. Die Zeit ist stoppbar, was einem doch sehr oft passiert.

Das errechnen der Zeit ist zu ungenau und kompliziert. Ein Fragebogen auf der Webseite mit dem Todestag würden das Ganze etwas glaubwürdiger machen. Das Ausrechnen aus statistischen Zahlen kann jeder zu Hause und daraufhin seine Stoppuhr ausrichten.

Nette Idee, aber eigentlich braucht diese Uhr kein Mensch.

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