Test: Tagpacker.com

Bei diesem Test war ich mir anfangs noch nicht ganz sicher wofür ich das wirklich brauche. So gibt es mittlerweile ja nicht nur ein soziales Netzwerk, sondern einige, dessen Fokus teilweise auf andere Ding als bei Facebook liegen. So ist XING beispielsweise nur für den Buisness-Sektor gedacht. Und zwischen all diesen sozialen Netzwerken gibt es jetzt Tagpacker.com, dessen Funktion ich mir erstmal erklären lassen musste.

Was ist Tagpacker?

Tagpacker ist ein deutsches Startup, welches ein Tool zum Speichern, Organisieren und Teilen von Web-Inhalten anbietet. Dieses Tool soll dabei helfen wichtige Inhalte aus dem Netz leicht wiederzufinden. Die sozialen Funktionen (dass man sich gegenseitig Folgen und Inhalte von anderen „repacken“ kann) sollen nützlich sein und Spaß machen. Die Registrierung und Nutzung ist für den User kostenlos. Verdienen möchte man mit Werbeeinnahmen und Affiliate Marketing.

Was einem direkt auffällt: Die Webseite ist komplett auf englisch. Es gibt leider nicht mal eine Funktion auch die Webseite in deutscher Sprache zu stellen. Man setzt hier vollkommen auf die „Welt-Sprache“. Besonders Blogger können hier ihre eigenen, aber auch fremde Inhalte den Freunden und allen anderen im Netzwerk zeigen. Ich hatte hier auch schon nach einem Plugin geschaut, welches meinen Blog komplett in eine HTML Bookmark-Datei exportieren kann. Aber die gibt es weder zu finden, noch bietet Tagpacker eine an. Ein Bookmark-Datei Import Funktion gibt es jedoch. Man kann also seine ganzen Bookmarks auf Tagpacker der Maße und den Freunden zur Verfügung stellen.

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Kein wirkliches soziales Netzwerk

Wenn man sich dieses Netzwerk und andere anschaut, fehlt es deutlich an vielen bekannten Funktionen. Man kann dort geteilte Links oderTags nur anklicken – das war es eigentlich schon. Es gibt zwar eine View-Anzeige, womit man sieht, wie viele den Link angeklickt haben, aber es gibt keine Like- oder gar Kommentier-Funktion. Andere User können eure Links aber „repacken“, was ich dem „retweeten“ von Twitter gleich setzen würde, sprich sie können eure Links auch ihren Followern präsentieren. Weiterhin kann man untereinander keinerlei Nachrichten schicken. Also die Kommunikation untereinander ist völlig eingeschränkt.

Was allerdings die Likes betrifft, so teilten mir die Entwickler mit, sind diese bereits in Arbeit und kommen so bald wie möglich. Tagpacker hat hier bisher nur sehr begrenzte Entwicklerkapazitäten. Kommentare stehen allerdings nicht auf der To-Do-Liste, da man sich in erster Linie als Produktivitätstool mit sozialen Funktionen (und nicht als soziales Netzwerk mit Produktivitätsfunktionen) versteht. Aus demselben Grund sind auch Privatnachrichten derzeit nicht geplant.

Die Entwickler denken allerdings darüber nach, den Usern die Möglichkeit zu geben, in ihren User-Profilen auf ihre Facebook- und Twitter-Accounts zu verlinken – so könnten sie miteinander in Kontakt treten, ohne noch eine weitere Inbox auf Tagpacker beachten zu müssen. Ebenfalls angedacht ist eine Empfehlungsfunktion, mit der ein User einem anderen User einen Link empfehlen kann.

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In der Praxis

Im Alltag funktionieren die wenigen Funktionen wirklich sehr gut. Die Idee dahinter verstehe ich auch mittlerweile, weiss aber noch nicht so recht, ob das etwas für die Masse später sein wird. Links teilen kann ich auch bei Facebook, allerdings gehen die dort direkt unter, da man auf Facebook ja noch andere Dinge machen kann. Für den reinen Linkaustausch ist Tagpacker aber genial. Still teilt man seine Links und Bookmarks mit anderen ohne mit Kommentaren konfrontiert werden zu müssen., auf die man dann wohlmöglich noch eingehen muss.

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Bisher kann man also einen Link nur teilen. Man gibt den Link ein und kann dann den Titel ändern. Zudem kann man noch Tags hinzufügen und einen Beschreibungs-Text. Danach kann man den Link veröffentlichen. Tagpacker sucht sich dann das Titelbild zum Link und veröffentlicht den Link im eigenen Profil. Andere Tagpacker können das dann sehen und auch den Link „repacken“, also ihren Followern zeigen. Mehr Funktionen gibt es hier noch nicht. Man selbst kann dann aber noch Links bearbeiten, wenn man noch etwas verändern möchte. Zudem sieht man auf der linken Seite die Kategorieren, die man selbst festlegen kann und die benutzten Tags und kann sich so nur Links zu einem bestimmten Tag anzeigen. Auf der Startseite selbst zeigt Tagpacker noch die beliebtesten Tagpacker (bisher allerdings nur Mitarbeiter) und ausgewählte Links (zufällig ausgewählt).

Wünsche, Wünsche, Wünsche

Wie bereits erwähnt würde ich mir aber noch mehr wünschen, wie zum Beispiel ein Plugin für WordPress, bei dem ich meine bereits vorhanden Posts direkt exportieren kann. Oder ein Plugin für WordPress womit direkt Posts auf Tagpacker gepostet werden – automatisch. Weiterhin würde ich mir ein Plugin für den Browser wünschen. Auch damit kann man dann direkt Links hinzufügen ohne auf die Seite selbst gehen zu müssen. Das geht zwar schon mit dem Pack It Button. Dieser ist aber im Grunde gesehen nicht mehr als ein Lesezeichen welches ein Popup öffnet mit dem man die aktuelle Seite direkt teilen kann.

Und auch auf mobilen Geräten wäre natürlich eine App super, womit man dann direkt Links bei Tagpacker teilen kann. Damit sich also der Kreis schliesst, fehlt es bei Tagpacker noch an ein paar Dingen.

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Fazit

Tagpacker steckt noch in Kinderschuhen und die Idee ist wirklich nicht verkehrt. Das stille Netzwerk, in dem man sich nur Links teilt empfinde ich als angenehm. Kein Kommentier-Stress, keine doofen Kommentare, keine Fake-Links und Postings die bei Facebook täglich herum geistern. Tagpacker ist eine absolute Ruhezone unter den sozialen Netzwerken und will auch nichts anderes sein. Wie erwähnt sieht man sich in erster Linie als Produktivitätstool mit sozialen Funktionen (und nicht als soziales Netzwerk mit Produktivitätsfunktionen). Und das gefällt mir. Die breite Masse wird es nicht anlocken, denn die will einfach kommentieren und liken etc. Aber für den Networker von Welt (stellt euch einen eingebildeten Blick vor) ist das wirklich eine gute Idee seine Bookmarks und Links mit anderen zu teilen.

Wenn jetzt noch Apps und Plugins dazu kommen ist Tagpacker definitiv für mich auch langfristig ein Netzwerk zu dem ich gerne Freunde einlade und meine Links teile oder mir auch andere Links anschaue. Es gibt so viel tolle Blogs, die ich noch gar nicht kenne und die ich sicher gerne sehen würde. Daher hoffe ich dass viele Blogger ihren Weg dorthin finden. Also ich bleibe hier auf jeden Fall dran und werde das Projekt weiter beobachten, Links teilen und angemeldet bleiben. Wenn ihr also eure Links mit mir teilen wollt meldet euch an und folgt mir.

Wer übrigens nicht zurecht kommt, findet auf dem eigenen Youtube Kanal gute Tutorial Videos. Tagpacker ist zudem unter @tagpacker auch auf Facebook, Instagram und Twitter vertreten.

 

2 Kommentare

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Hallo Jochen, vielen Dank für Deinen Test. Nur ein kurzer Hinweis zur Ergänzung: Wir haben ein Plug-In für die Lesezeichenleiste, es heißt bei uns „Pack It-Button“. Wenn Du auf Tagpacker eingeloggt bist, findest Du es oben rechts im kleinen Menü neben Deinem Profilfoto als ersten Punkt. Du kannst es ganz einfach per Drag and Drop in Deine Lesezeichenleiste ziehen. Viele Grüße, Annina

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