Test: Pebble Time

Nachdem ich von Smartwatches als Nicht-Uhren-Träger wenig wissen wollte und auch die Pebble Time bei Kickstarter storniert hatte, bin ich den Uhren überwiegend aus dem Weg gegangen. Auch die Apple Watch im Test konnte mich nicht überzeugen. Es kam aber dann wie es kommen musste, denn bei dem Kauf des Sphero BB-8 im gadgetstore.berlin kam ich an den Uhren nicht vorbei und habe mir die Uhr aus der damaligen Kickstarter-Kampagne angeschaut. Irgendwie war es dann Liebe auf den ersten Blick. Und ob daraus eine ernsthafte und lange Beziehung geworden ist, erfahrt ihr in meinem Test.

Leichtes annähern

Für die Pebble Time hat der Hersteller auf Kickstarter 20 Millionen US-Dollar  gesammelt. Im Handel kostet sie rund 250 Euro und ist in verschiedenen Farben erhältlich. Auch sie verfügt über ein E-Paper-Display mit 144 x 168 Pixeln und 64 Farben und bietet eine deutlich längere Akkulaufzeit als die Konkurrenz. Dafür weniger Sensoren, Apps und Funktionen. Einen Pulsmesser, GPS, NFC oder WLAN und Mobilfunkverbindungen bietet die Uhr nicht. So verbindet ihr die Uhr lediglich per Bluetooth mit eurem Smartphone (iOS oder Android). Ihr merkt es schon: die Uhr ist weniger smart, aber dafür ein Stückchen mehr Uhr.

In meinem Video seht ihr wie ich die Uhr auspacke und die ersten Annäherungsversuche:

Einmal mit dem Smartphone und der App verbunden aktualisiert die App zuerst die Firmware der Uhr, sofern erforderlich. Danach kann man sich schon an die Gestaltung des Zifferblattes und der Installation der Apps machen. Zudem müssen die Freigaben für die App erteilt werden, damit die App auf Kalender und Co. zugreifen kann. In der Android-Version kann man sogar  konfigurieren, welche App-Benachrichtigungen an die Uhr weitergeleitet werden und welche Sprache in der Diktierfunktion genutzt wird. Bei iOS-Geräten bekommt man alle Nachrichten auf die Uhr. Stört aber nicht, da man in den Einstellungen des Betriebssystems selbst einstellen kann welche Benachrichtigungen von welchen Apps man haben möchte. Die Diktierfunktion mit Texterkennung gibt es unter iOS ebenfalls nicht. Und Windows Phone wird überhaupt nicht unterstützt.

Dicker Rahmen und kein Touchscreen

Was einem direkt an der Uhr auffällt ist der dicke Rahmen. Dadurch wirkt das Display etwas klein. Bei der schwarzen Time Steel beispielsweise wird das noch kaschiert durch den schwarzen Rahmen. Ist das Display im Ruhezustand oder abgeschalten wirkt es wie ein grosses Display. Die Uhr wirkt allerdings anders als viele Smartwatches nicht klobig. Geschützt wird das Display nach Herstellerangaben durch ein Gorilla-Glas. Dafür ist das drumherum aus einem sehr kratzeranfälligen Material. Aber dazu später mehr.

Die Pebble Time hat keinen Touchscreen und wird über vier Knöpfe bedient. Drei davon befinden sich auf der rechten Seite, ein einzelner befindet sich links. Die Bedienung ist kinderleicht.

Mit dem linken Knopf kommt man immer in das Menü zurück. Aber auch in Apps ist es der Zurück-Knopf. Mit dem mittigen Knopf kommt man in die Übersicht der „Apps“. Mit oben und unten steuert man auch hoch und runter. Auch bei den Benachrichtigungen funktioniert es genauso.

Man kann auf der App einiges an Apps installieren, die maue App-Auswahl bietet uns deutschen aber eh nicht viel Auswahl. Zwar bieten Mercedes und die Deutsche Bank eine App, allerdings fehlen mir echt einige namhafte Firmen, die allerdings keine Zukunft in der Uhr sehen und ihre Apps einfach nicht dafür umsetzen.

Killer-Feature: Der Akku

Der Akku hält absolut was Pebble selbst verspricht.  Sieben bis acht Tage hält er durch, wenn man die Energiespar-Option eingeschalten hat. Ansonsten schafft die Uhr auch aber so ihre fünf Tage locker. Und wenn der Akku leer ist hat man immer noch die Uhrzeit für eine lange Zeit auf dem Display. Möglich macht dies zum einen der Verzicht auf die vielen Sensoren und Module und zum anderen das Display.

Der Ladevorgang dauert ungefähr eine Stunde. Absolut unvergleichbar zur Konkurrenz. Für mich ist diese Akku-Laufzeit absolute Referenz.

Kratzer nach wenigen Tagen

So schön die Uhr sein mag, frage ich mich echt wieso man sich für ein so für Kratzer anfälliges Material entschieden hat, denn schon nach wenigen Tage hatte die Uhr die ersten Kratzer auf dem Rahmen um das Display. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern frustet einen auch im Anbetracht der Wert der Uhr.

Der gadgetstore.berlin versucht hier aber mit einer Lösung seine Kunden nicht im Stich zu lassen. Demnächst gibt es Bumper für die Vorderseite im 3er Pack zu kaufen. Kunden des gadgetstore.berlin, die ihre Uhr dort kaufen, bekommen das Set gratis dazu. Bis das allerdings soweit ist, muss man mit der Uhr vorsichtig umgehen (oder im Internet nach Lösungen schauen).

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Fazit

Die Pebble ist im allgemeinen Produkt, mit dem sich der Besitzer identifizieren kann. Produkt und Besitzer müssen hier wohl echt zusammen passen und irgendwie haben die Pebble und ich zusammen gefunden. Trotz der wenigen Sensoren gegenüber der Apple Watch beispielsweise ist das absolute Killer-Argument der Akku.  Weiterhin verpasst man keine Notifications oder Anrufe vom Smartphone.

Und das reicht mir auch schon. Ich muss nicht wissen wie mein Herz gerade schlägt oder andere unnötige Dinge, die selbst Apple Watch Besitzer nicht im Alltag nutzen. Die Pebble Uhr vereint eigentlich alles was ich mir bei einer Smartwatch wünsche. Android-Besitzer haben sogar noch etwas mehr Freude, denn sie können auch die Diktierfunktion nutzen und SMS verschicken.

Beim Design bin ich natürlich nicht konsequent geblieben, denn eigentlich hätte ich gerne eine runde Uhr gehabt, aber diese Uhr ist mir zum einen sympathisch und der Akku ist irgendwie ein Over-all-Argument.

Dennoch wurde die Time nun gegen ein jüngeres Modell ausgetauscht. Die Liebe hat dann doch nur eine Woche gehalten. Und so schmückt mein Arm nun die Pebble Time Steel, dessen Test ich euch bald präsentieren werde.

 

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9 Verpackung / Zubehör
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