Test: Assassin’s Creed Syndicate (PS4) – Kreative Pause bitte!

Eigentlich schreibe ich immer in den Titel einfach nur „Test“ und den Titel des Spieles. Diesmal – ihr seht es schon – flehe ich nahezu Ubisoft an dem Titel doch endlich die wohl verdiente kreative Pause zu geben, aber es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht passieren. Bereits im kommenden Jahr wird Ubisoft den nächsten Titel raushauen. Schade, denn zunehmend leidet die Serie unter dem jährlichen Rythmus.

Denn, man merkt es einfach, jetzt werden einfach historische Zeiten abgefrühstückt. Ich bin Assassin’s Creed Spieler der ersten Stunde. Und ich bin wie die meisten überzeugt davon, dass die Ezio-Trilogie der Höhepunkt der Reihe war. Danach ging es eigentlich ab. Mit Assassin’s Creed 3 gab es dann noch ein würdiger Abschluss für die Desmond-Saga. Und nun werden wie erwähnt die anderen wichtigen Zeit-Epochen abgefrühstückt.

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Die Story

Es ist das Jahr 1868. Die Geschwister Jacob und Evie Frye, deren verstorbener Vater Ethan Assassine war, wollen das Erbe ihrer Eltern fortführen und London auf der Hand der Templer befreien. Und wie bei den Spielen gewohnt beginnt das Spiel mit gewaltigen Bildern und einem wie immer sehr gutem Soundtrack. Dazu gesellt sich wieder das Who is Who der deutschen Sprecher. Ansonsten unterscheidet sich der Titel kaum von seinen Vorgängern. So erschleichen und ermorden wir uns an die Spitze der Templer, welche immer einen bestimmten Teil von London beherrschen.

Ich möchte hier auch nicht zu sehr auf die Story eingehen, aber das Ende ist mehr als enttäuschend und es gibt nicht mal einen richtigen Abspann. Auch weist die Story Alleinstellungsmerkmal auf und ist viel zu linear. Für eine so starke Serie ist das Ende wirklich etwas schwach und auch das Gameplay kann dies nicht ausgleichen. Die Missionen sind nahezu identisch aufgebaut: Schleichen, Stehlen, Eskortieren, Verfolgen, Meucheln. Ach ja, Gegner können jetzt auch entführt werden. Dabei muss man sich sehr langsam bewegen, was frustrierend sein kann.

Viel schlimmer sind die Nebenmissionen. London ist vollgestopft mit etlichen Templerattentaten, Kopfgeldjagden und Gangquartieren. Die Missionen sind zwar sehr profitabel für den Skillbaum und das virtuelle Portemonnaie, allerdings spielen sich alle gleich. Hinzu kommen acht verschiedene Typen von Sammelobjekten. So gibt es in ganz London um die 300 Kisten, welche immer die gleichen Ressourcen enthalten. Die Hälfte ist unbrauchbar, da wir sie schon hergestellt haben. Hinzu kommen gepresste Blumen, königliche Briefe, Spieluhren, Illustrationen, Bieretiketten, Briefe von der Front des ersten Weltkrieges und die allseits bekannten Helix-Glitches. Und sind wir ehrlich: Wer hat Bock das alles zu machen? Spielzeit durch so eine unnötige Sammelei zu strecken ist der falsche Weg. Darunter leidet das Spiel.

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Technisch schlecht

Und selbst wenn man den Ehrgeiz hat zumindest einen großen Teil davon zu erledigen raubt einem das Spiel mit seinen Bugs den Spielspaß. Wie von Ubisoft mittlerweile schon fast gewohnt werden die Spiele verbuggt auf den Markt geworfen. Und die Bugs sind weitreichend. Personen laufen verwirrt umher, es gibt Soundlags und Lippenasynchronität, sowie Gegner die durch Wände sehen können bis hin zum verschwinden von Personen. auch ein Pferd samt Kutsche im Boden versunken habe ich sehen können. Das erinnert sehr an Far Cry 4, welches ebenfalls ziemlich verbuggt veröffentlicht wurde, damit man auch ja den Releasetermin einhält und seinen Fans jährlich melken kann.

Ihr seht, das Spiel macht es einem nicht einfach. Fans werden das Spiel sicher mögen und über Fehler hinweg sehen, aber ich finde die Handlung nicht besonders spannend und es passt einfach nicht in das Assassin’s Creed Universum. Das Missionsdesign ist lieblos und eintönig und weiterhin wirkt das Spiel unfertig. Daher flehe ich nahezu schon Ubisoft an dem Spiel eine kreative Pause zu gönnen. Aber auch technisch sollte man nochmal das Ganze überarbeiten. Syndicate sieht schlechter als Unity aus und das darf eigentlich sein. Vor allem die Weitsicht sieht richtig richtig grob aus und erinnert sehr an eine mittlerweile längst vergessen geglaubte Konsolengeneration. Und dass ein Open World Titel gut aussehen kann beweist doch GTA V hervorragend.

Aber es gibt auch ein paar gute Dinge: So hat sich das Kampfsystem zum Vorgänger auf jeden Fall verbessert. Auch das Klettern ist einfacher geworden. Die Animationen sehen wesentlich besser aus und die Double Finisher sind auch zurück.

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Fazit 

Die Story zieht sich so dahin, ist langweilig und einfach nur müde. Hier fehlt einfach der roten Faden. Die Erzählung stockt sehr oft und das finde ich Schade. Am Schluss wird man noch genötigt unzählige Nebenmissionen zu machen (mindestens 3 Gebiete muss man beherrschen) um die letzte Sequenz 8 spielen zu können. Da diese aber nahezu alle gleich sind, ist das echt ein künstliches Gestrecke. Traurig den Spieler so versuchen zu binden. 

Syndicate habe ich übrigens abgebrochen und mir das Ende auf Youtube angeschaut.

Ich bin echt enttäuscht, da besonders die Zeit um Jack the Ripper durchaus seinen Reiz hat. Ich empfehle und bitte Ubisoft dem Spiel wirklich eine Pause zu gönnen um dann mit einem besseren Assassins Creed und wirklich wieder einer besseren Story samt Charakteren bei den Spielern zu punkten.

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