Test: Email- und Cloud-Service eclipso.de Freemail

Freemail ist nicht immer gleich Freemail. Denn nicht alle bieten die selben Leistungen und sind gleich gut. Besonders was die eigenen Daten angeht möchte man doch sicher sein, dass niemand die Mails mitliest oder gar Werbung basierend auf dem was ich schreibe oder suche anpasst. Ich selbst bin zum Beispiel schon lange nicht mehr bei Google Mail. Zum einen habe ich meinen eigenen Server, zum einen traue ich Google meine Mails einfach nicht mehr an.

Hinter eclipso steckt das Unternehmen webconcept+. Die Firma möchte Sicherheit mit Komfort verbinden. Ob dies mit einem kostenlosen Dienst gelingt ist die Frage. Seit 2008 ist eclipso auf dem Markt und bedient neben Deutschland auch Österreich und die Schweiz. Die Firma selbst sagt sie hat kein Interesse an den Daten der Kunden. Alle Daten, die man bei der Anmeldung angibt sind zum einen freiwillig und müssen nicht stimmen. eclipso prüft nichts gegen. Eine Anmeldung ist kinderleicht und gelingt selbst mit Fake-Daten.

Neben dem kostenlosen Dienst eclipso Freemail bietet die Firma auch kostenpflichtige Angebote an: eclipso connect und eclipso premium. Schon ab einen Euro im Monat bekommt man IMAP und den Dienst komplett werbefrei. eclipso Premium richtet sich an Kunden, die Werbefreiheit schätzen und Wert darauf legen, E-Mail, Kalender und Kontakte zu synchronisieren. Auf die kostenpflichtigen Angebote gehe ich aber in einem späteren Test ein.

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Die ersten Schritte

Wie bereits erwähnt bedarf es bei der Anmeldung keiner echten Daten. Die Anmeldung ist selbsterklärend und einfach. Nach der Anmeldung geht es direkt in den Kundenbereich. Eine Bestätigung per Mail oder Telefon ist in keinster Weise erforderlich. Das Produkt Freemail kann sofort genutzt werden. Als Freemail-User bekommt man jeweils 5 GB für die E-Mails und 5 GB für eclipso Drive. Darf es etwas mehr sein kann man erstmalig 180 Tage nach Anmeldung den Speicherplatz kostenlos erweitern.

Klar ist auch, dass sich auch eine kostenfreie Variante auszahlen muss. Und so ist die Mailbox nicht werbefrei. Auch in den Fußnoten der Emails befindet sich Werbung. Die Mails können direkt über POP/SMTP abgerufen werden. Einen IMAP-Dienst gibt es in der Freemail Variante nicht. Dafür kann man wie bei Google auch andere Postfächer abrufen. Fünf Stück sind möglich.

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Möchte man eine Email versenden nutzt man einen sehr übersichtlichen HTML-Editor in der man seine Mail schreiben kann. Der Versand diverser Test-Mails erfolgte zügig. Wenn man eine Datei verschicken möchte sind die Anhänge auf 20 MB beschränkt. Grössere Dateimengen zu versenden empfiehlt sich übrigens nicht. Man kann ja grössere Dateien in das Cloud-Drive legen und den Link versenden.

Für die Nutzung des Email-Postfaches stehen einem nahezu alle Funktionen wie auch in den kostenpflichtigen Produkten zur Verfügung. Darunter eine Suchfunktion (E-Mail, Office & Drive), das versenden von E-Mail Einschreiben (Bestätigung bei Erhalt), ein E-Mailfilter (automatische Sortierung), Autoresponder, Abwesenheitsschaltung, Eigene E-Mail Signatur, Alternative Absenderangabe, E-Mail Entwürfe erstellen und später versenden, Drag & Drop für Anhänge, E-Mailsortierung, Bild in E-Mail und das eclipso Mobile Webinterface (Web-App) für Smartphone, Handy, PDA. Lediglich die Automatische E-Mail Weiterleitung besitzt das Freemail Paket nicht. Und auch richtige Apps gibt es leider nicht – weder für iOS noch Android. Dafür gibt es aber eine pflegeleichte Web-App die man über den Browser aufruft.

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SMS, Fax und Post

eclipso bietet seinen Kunden auch die Möglichkeit SMS oder Fax zu verschicken. Direkt bei der kostenlosen Variante gibt es 25 SMS pro Monat, die verschickt werden können. Hier kann man sogar die SMS mit eigenem Absender versenden. Auch Mail-2-SMS oder die Benachrichtigung bei E-Mail-Eingang und Terminerinnerung per SMS ist möglich. Längere SMS bis zu 1500 Zeichen lassen sich ebenfalls versenden.

Mit eclipso Fax ist es möglich online Faxe zu verschicken. Hierbei kann man ebenfalls einen HTML-Editor nutzen um Dokumente zu verfassen und versenden. Faxe können dabei aus mehreren Textblöcken bestehen und Deckblätter und PDF-Dateien enthalten. Für eine lückenfreie Historie gibt es ein Fax-Journal. Dieses zeigt alle gesendeten Faxe mit Informationen wie Seiten-Anzahl, Status, Datum, Absender und Empfänger an und bietet direkten Zugriff auf die archivierten PDF-Fax-Dateien. Eine eigene Faxnummer bietet eclipso leider noch nicht an. Dies fehlt gerade für den Fax-Eingang. Ich hoffe dies wird noch nachgebessert.

Das versenden eines Fax aber auch von weiteren SMS kostet Credits. Diese muss man sich kaufen. 1000 Credits kosten 10 Euro. Ein Fax kostet 10 Credits innerhalb Deutschland. Somit kostet ein Fax 10 Cent. Ein wie ich finde akzeptabler Kurs, wenn man bedenkt, dass man eigentlich eher seltener Faxe verschickt. Aber auch SMS sind heute dank Whatsapp weniger geworden und jeder Vertrag bietet heute ausreichend Frei-SMS.

Und auch die analoge Post kann mit eclipso verschickt werden. Auch Einschreiben sind möglich. Zudem kann man auswählen ob man die Post farbig oder in schwarz/weiss ausgedruckt haben möchte. Auch Duplex-Druck lässt sich optional auswählen. Einfach PDF Datei hochladen oder den Textbereich nutzen und die gewünschte Versandart auswählen. Auch Postkarten mit eigenen Bildern lassen sich verschicken. Somit spart man sich sogar den Gang zum Briefkasten.

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Drive & Fotoalbum

Wie bei vielen anderen Anbietern auch bietet eclipso ein Cloud-Drive mit anfangs 5 GB. Auch hier unterscheiden sich die Funktion kaum von den kostenpflichtigen Produkten. Lediglich eine WebDav-Anbindung bietet Freemail nicht. Ansonsten ist nahezu alles möglich. Über Drag & Drop kann man Dateien uploaden oder aber man nutzt den Dateiupload mittels Komfort-Upload. Es gibt einen Dateimanager und man kann Einzelne oder mehrere Dateien hochladen.

Ordner lassen sich freigeben und per Passwort schützen. Dies ist für jeden Ordner einzeln festlegbar. Man kann zudem unbegrenzt Fotoalben anlegen und mit dem Komfort-Bildbetrachter inkl. Dia- bzw. Slideshow sich Bilder anschauen.

Das Drive Transfervolumen beläuft sich in der kostenfreien Variante aus 10240 MB monatlich.
Die Drive Freigabe-Geschwindigkeit beträgt 128 KB/s. Und auch die Drive-Geschwindigkeit beträgt 128 KB/s. Drive-Sync, das heisst einen PC oder Mac-Ordner mit Drive synchronisieren, ist ebenfalls möglich.

In der Praxis geht der Datei-Upload recht zügig. Auch das anlegen von Ordner ist sehr leicht. Der Download ist etwas langsam. Hier sind andere Dienste einfach schneller. Aber auch hier vermisse ich deutlich eine echte App. Als Dropbox-Nutzer ist man da einfach eine andere Anbindung gewohnt und möchte doch auf den bequemen Upload vom Smartphone nicht verzichten. Dafür ist der Upload über die Web-App möglich.

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Organizer, Sync und mehr

Für das Organisatorische steht einem im Kundenbereich auch ein Kalender inklusive Terminverwaltung zur Verfügung. Zudem ein Adressbuch mit Import- und Exportfunktion. Gerade wenn man von einem Anbieter umziehen möchte macht dies Sinn.

Zudem gibt es eine Uhr, ein Taschenrechner, eine direkte Google-Suche, News, Geburtstage werden einem angezeigt und mann kann seine Favoriten anzeigen lassen und diese auch online verwalten. Auch Lieblings-Links können gespeichert werden. Weiterhin kann man eclipso mit seinem Twitter verbinden, sich Tweets anzeigen lassen. Wer wissen will was immer im Fernsehen läuft, kann sich auch noch das Programm der TV Movie anzeigen lassen. Hier kann man sogar selbst wählen ob man das aktuelle Programm oder die Filme ab 20.15 Uhr angezeigt bekommen möchte. Der Organizer- Desktop kann frei verwaltet werden. Somit kann man selbst bestimmen was man im Organizer angezeigt bekommen möchte und was nicht.

Die Sync Funktion steht Freemail-Nutzern nicht zur Verfügung. Damit kann man sein Adressbuch, Kalender, Aufgaben, Notizen und E-Mails synchronisieren. Eine Funktion die eher für den geschäftlichen Bereich Sinn macht.

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eclipso.de PIN

eclipso PIN ist ein soziales Netzwerk, in dem man mit anderen Nutzern der eclipso Community in Kontakt treten kann. Man kann eigene Themen erstellen, mit seinen Freunden diskutieren oder tagesaktuelle News lesen. Wie in einem sozialen Netzwerk kann man zudem seine Lieblingsvideos oder Lieblingsbilder teilen.

Auch kann man selbst entscheiden ob man PIN mit seinem Klarnamen (also Vor- und Nachname) oder nur einem Nicknamen angezeigt haben möchte.

Wie in manch anderen Punkten vermisse ich auch hier eine App. Das soziale Netzwerk ist eine nette Dreingabe wird aber durch die gute Anbindung von Facebook und Co, auch auf Smartphones, überflüssig und selten benutzt.

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Das wichtigste Thema: Sicherheit und Transparenz

Ein wichtiges Thema ist die Sicherheit für die eigenen Daten, aber auch den E-Mail Versand. Hier zeigt sich eclipso transparent und veröffentlicht sogar einen jährlichen Bericht. Und das ist auch gut, denn durch Transparenz und Ehrlichkeit weckt man das Vertrauen der Kunden. Auch eine Datenschutz-Erklärung und die AGB waren sofort und leicht zu finden.

Demnach nimmt eclipso den Schutz der persönlichen Daten sehr ernst. Und das muss das in Deutschland ansässige Unternehmen auch. Der Firmensitz kommt hier dem Kunden zu Gute, denn so muss man sich an die Datenschutzgesetze der Bundesrepublik Deutschland halten. Personenbezogene Daten werden auf der Webseite daher nur im technisch und gesetzlich vorgeschriebenem, notwendigen Umfang erhoben.

Auch im E-Mail Versand bietet eclipso Sicherheit. Allerdings unterscheidet sich das Freemail Produkt hier in manchen Punkten gegenüber den kostenpflichtigen Produkten. So ist eine sichere Anmeldung per SSL/HTTPS und ein sicherer Weblogin via SSL/HTTPS Standard. Auch eine sichere Verschlüsselung über POP3/SMTP via SSL/TLS bietet Freemail. Eine sichere IMAP-Verschlüsselung allerdings nicht. Das ist aber auch logisch, da IMAP kein Bestandteil vom kostenfreien Paket ist. Zusätzlich zur Transportverschlüsselung (TLS) sind sämtliche Verbindungen zu eclipso mit PFS (Perfect Forward Secrecy) und HSTS (Http Strict Transport Security) gesichert, was eine nachträglich Entschlüsselung der Verbindung unmöglich macht.

Gegen Spam und Viren bietet man einen Anti-Spamschutz (selbstlernender & trainierbarer Spamfilter) und einen Anti-Virenscanner bzw. Anti-Virenschutz. SPAM Protect Plus, also eine Whitelist-Funktion, gibt es nicht. Auch die Digitale Signatur S/MIME und die Möglichkeit E-Mails mit einem System-Zertifikat zu verschlüsseln wird den Freemail-Kunden nicht geboten.

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Fazit

eclipso ist für mich eine absolut geeignete Google Mail Alternative. Aber auch andere Anbieter würde ich für eclipso links liegen lassen. Den Umzug meiner Frau von Gmail zu eclipso bereite ich aktuell vor. Der Anbieter bietet einem viele Funktionen und Vorteile. Besonders der Sicherheits-Aspekt ist ein entscheidender Grund. Weiss man bei Google oder anderen Firmen einfach nicht was sie mit den Daten machen oder ob Mails mitgelesen werden, muss sich eclipso an die deutschen Gesetze halten und spielt durch einen Transparenz-Bericht direkt mit offenen Karten.

Was mir allerdings fehlt ist eine App für iOS oder Android. Auch Plugins für beispielsweise Chrome fehlen. Die technische Anbindung an verschiedene Browser könnte besser sein. Die direkte Möglichkeit Mails per POP abzurufen macht das aber wieder wett, denn so kann man die Mails direkt mit seinem Wunsch-Mail-Programm abrufen und dafür bieten sich ja meistens genug Möglichkeiten keine Mails zu verpassen.

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