Test: Uncharted 4 (PS4)

Der vierte und damit letzte Teil der Uncharted-Reihe ist ab Montag erhältlich. Fans haben lange darauf gewartet, die Frage ist jedoch: Hat sich das warten gelohnt? 

Und die Frage ist berechtigt, denn mit dem dritten Teil schwächelte Uncharted bereits. Doch dank einer neuen Konsole-Generation, auf der sich Uncharted erstmals präsentiert, besteht Hoffnung für einen grossen Schritt nach vorne.

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Nathan in der Stadt. Wartet hier ein neues Abenteuer auf ihn?

Ein neues Abenteuer in Uncharted 4

Zu Beginn des Spieles erleben wie zuerst die Gegenwart und dann direkt die Vergangenheit und schlüpfen nicht zum ersten Mal in die Rolle des kleinen Nathan. Dieses Level währt aber nicht lange und so erleben wir noch ein ganzes langes Weilchen die Ereignisse vor dem, was am Anfang des Spieles passiert. Und wir erleben einen älter gewordenen Nathan, der einer normalen Arbeit nachgeht und….. Ach, das sollt ihr selber sehen. Ich möchte einfach nicht diese tolle und spannende Geschichte verraten. Fakt ist aber, dass wir erfahren dürfen, wieso Nathan so geworden ist, wie wir ihn kennen. Nicht zu letzt sein Bruder, der ebenfalls im vierten Teil eine grössere Rolle spielt, trägt daran Mitschuld. Wobei Schuld? Ist der Bruder wirklich Schuld, dass Nathan so geworden ist? Führt Nathan nicht genau das Leben wovon wir gerne träumen. Schätze entdecken und Rätsel längst vergangener Zeiten lösen. Daher ist Schuld vielleicht der falsche Ausdruck. Er ist auf jeden mit verantwortlich dafür, dass Nathan so ist, wie wir ihn kennen.

Und so erleben wir mit Nathan, Sully und seinen älteren Bruder Sam eine film- und actionreiche Geschichte. Ich würde behaupten von allen Uncharted-Teilen ist es die beste Geschichte, die erzählt wird. Teilweise überzogen, manchmal auch unlogisch, aber wirklich fantastisch.

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Ja, ihr seht richtig. Das ist Ingame-Grafik!

Playstation 4 kommt ins Schwitzen

Zumindest technisch wird einem dieser Schritt direkt deutlich. Während sich die ersten Teile auch auf der Playstation 4 in typischer Playstation 3-Grafik präsentieren zeigt sich Drake auf der aktuellen Konsole aus dem Hause Sony hübscher denn je. Aber nicht nur die Grafik sieht wirklich spitze aus. Nein, Drake hat viel mehr Möglichkeiten in dieser grafischen Pracht. Es wirkt teilweise so, als wolle man zeigen, was mit der Playstation 4 möglich ist. Denn ab und zu ruckelt das Spiel auch leicht und man erkennt, dass die Grenze der Playstation 4 in diesem Spiel liegt. Vielleicht wird aber mit der Playstation 4.5, sollten die Gerüchte stimmen, das Spiel nochmal ein Stück besser aussehen. Und wer weiß: Vielleicht bekommt das Spiel dann einen 4K-Patch.

Wer allerdings über die kleinen Ruckler hinweg sieht wird mit einem visuellen Leckerbissen belohnt. Vorbei sind dabei auch die Zeiten in denen Nathan Drake nur durch Schlauch-Levels gehen muss. Die Welten sind offener und Nathan darf nun mehr als sich in einem kleinen Bereich umschauen. Zudem kann Nathan nun das hohe Gras als Deckung nutzen und Gegner leise erledigen. Nicht jeder will sich durch ballern. Das Spiel bietet für jeden Spielertypen etwas. Und wer einfach nur die Filmreife Geschichte erleben will kann direkt von Anfang an die Zielhilfe und den besonders leichten Schwierigkeitsgrad nutzen.

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Nathan und sein Bruder Sam. Worüber sprechen die Beiden hier?

Wo Licht da auch Schatten

Neben den kleinen Rucklern merkt man stellenweise in bestimmten Ecken, dass hier einfach versucht wird das Spiel künstlich zu strecken. So gibt Wiederholungen und ein paar nervige Aufgaben. Zudem nerven die rollbaren Kisten (in der Piratenzeit gab es natürlich schon Kisten mit Rollen) die man einmal durch ein ganzes Gebiet schieben muss. Dazu kamen dann noch Gegner, die das Kisten rollen gestreckt haben, damit ich mich auch ja etwas länger in dem Gebiet aufhalte und die Spielzeit grösser ausfällt. Aber, und das muss man ehrlich dazu sagen, sind solche Verlängerungen eher selten. Aber sie sind da. Ich meine, das Spiel ist eh schon lang. Da bedarf es solcher lächerlicher Passagen eigentlich nicht.

Und wer sich meinen Test bis hier durchgelesen hat, der erinnert sich sicherlich daran, dass ich meinte die Areale sind nicht mehr nur lineare Level ohne Abweichungen. Das stimmt nur teilweise, denn das Gefühl, mehr entdecken zu können, wird durch das Klettern und Erkunden erzeugt. Man kann zwar in den Gebieten links und rechts schauen, landet aber am Ende immer am gleichen Ziel. Auch hat Nathan mit dem Greifhaken ein neues „Spielzeug“, mit dem er sich abseilen oder zu einem Vorsprung schaukeln kann.

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Das sind sicher nicht Drei von der Tankstelle. Sam, Sully und Nathan hecken etwas aus.

Akustisch ebenso Klasse

Wie in den vorigen Teilen der Uncharted-Reihe werden die Figuren von ihren altbekannten Sprechern gesprochen. Diese leisten auch hier wieder hervorragende Arbeit und manchmal erwische ich mich dabei, wie ich einfach nichts mache um Nathan und Sullys lustiger Unterhaltungen zu lauschen, die wie immer köstlich sind.

Auch in Sachen Musik und Atmosphäre punktet das Spiel vollkommen. Die Umgebungsgeräusche, die Waffen-Sounds und alles andere stimmen einfach.

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Auch das ist Uncharted 4. Neben dem klettern und erkunden darf auch wieder ordentlich geschoßen werden.

Fazit

Gute 18 Stunden Abenteuer (manche brauchen sicher nicht so lange) mit Nathan Drake warten auf den Spieler. Und der Titel ist für Fans und neue Abenteurer ein absolutes Muss. Ich würde sogar behaupten, dass das Spiel bei jedem PS4-Spieler im Regal stehen sollte. Die Playstation 4 hat einige exklusive Titel, diese Reihe gehört zu den Besten. Und wie von Naughty Dog angekündigt, ist dies auch das letzte Abenteuer mit Nathan Drake. Vielleicht darf man das aber auch mit einem Augenzwinkern betrachten. Bei Halo sollte irgendein Teil auch mal der Letzte sein, aber bei derartig erfolgreichen Serien ist es meist nie das letzte Spiel. Und wenn Nathan nicht mehr der Hauptcharakter sein wird, dann wird es eben Spin-Offs mit Sully oder Sam geben, denn auch die haben sicherlich eine Menge erlebt.

Glaubt man aber den Entwicklern ist Uncharted 4: A Thief’s End ein würdiges Ende. Das Spiel ist technisch und spielerisch wirklich klasse.

Wer das Abenteuer nochmal erleben möchte kann das gerne tun. Hierfür stehen Grafikfilter und Cheats, sowie jede Menge Schätze bereit, die man beim ersten Durchlauf sicher nicht alle gefunden hat. Und wer sich mit anderen duellieren möchte bekommt noch einen unterhaltsamen Multiplayer dazu, der für mich allerdings nur eine nette Dreingabe ist. Der Fokus eines Uncharted liegt sowieso auf der Solo-Kampagne. Und die ist ein wahres Meisterwerk.

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